Lese-Rechtschreib-Förderung

Wer etwas nicht richtig versteht, der wendet sich leichter ab, weil er Misserfolg und – besonders in der Schule – die Häme der Mitschüler befürchtet.

Kaschiert werden diese Befürchtungen nur zu gerne mit dem Hinweis: „Das ist zu langweilig“ oder „Ich habe keine Lust dazu“, was jedoch grundsätzlich eine Ausrede für die Angst vor der Auseinandersetzung mit den eigenen Fehlern ist.

Insbesondere bei den Schlüsselqualifikationen des Lesens und des Schreibens kann dies jedoch fatale Auswirkungen haben, da sich nicht nur fachliche Probleme, sondern durchaus große seelische Belastungen aus einer Lese-Rechtschreibschwäche ergeben können.

Ein Teufelskreis entsteht: Misserfolg führt zum Verlust des Selbstvertrauens und dies wiederum führt zu Verweigerung und somit wieder zu Misserfolg.

Um dies zu vermeiden und unseren Schülern trotz gewisser Schwierigkeiten beim Lesen und/oder Schreiben alle Wege des Lernens offen zu halten, ist es unumgänglich Schwächen in der Rechtschreibung und der Lesekompetenz früh zu erkennen und zu behandeln.

Inzwischen ist man in Deutschland mehr sensibilisiert für dieses Problem, da die Schlüsselqualifikationen des Lesens und Schreibens für die weitere Bildung und die spätere Berufswahl entscheidend sind. So gibt es eine Reihe von Diagnose-Möglichkeiten und an weiterführenden Schulen werden spezielle Förderkurse für Kinder mit einer Lese-Rechtschreibschwäche angeboten.

Allerdings können diese Kurse oftmals nicht das leisten, was man von ihnen erwartet, nämlich das Interesse am Lesen zu wecken und Kinder auf eine motivierende Weise an das Schreiben heranzuführen. Das Problem liegt nämlich vor allem in der mangelnden Zeit, die für solche Förderungen zur Verfügung steht. Die regelmäßige – möglichst tägliche – Beschäftigung mit speziellen Lese- und Schreibübungen kann von unseren Regelschulen einfach nicht so umfassend geleistet werden, wie dies notwendig ist. Und da sprechen wir als Lehrer von schulinternen LRS-Förderkursen aus eigener Erfahrung.

Hinzu kommt das Problem des individuellen Förderbedarfs der einzelnen Schüler. Es ist logistisch nicht möglich, innerhalb der Schule in einem LRS-Kurs für mehr als 5 Schüler ein unterschiedliches „Programm“ anzubieten.

Ursachen für eine Lese-Rechtschreibschwäche

Laut Auskunft des Bielefelder Instituts für frühkindliche Entwicklung handelt es sich bei LRS „um eine äußerst komplexe Störung, deren Ursachen bis heute noch nicht ganz genau geklärt sind. Es spielen verschiedene Ursachen eine Rolle bei der Ausbildung von LRS, die zudem auch noch in Wechselwirkung miteinander stehen können.“

Die von den Experten genannten Ursachen reichen von „Genetischer Disposition“ und „Umweltfaktoren“ über „Probleme bei der zentralen visuellen Informationsverarbeitung, Probleme bei der sprachlichen Informationsverarbeitung“ bis hin zu Problemen bei der „Phonologische[n] Informationsverarbeitung“ bzw. der „Phonologische[n] Bewusstheit“ und einer „Beeinträchtigung des Phonologischen Arbeitsgedächtnisses“.

(Quelle: Internetseite des Bielefelder Instituts für frühkindliche Entwicklung)

So wird heute versucht, durch vielerlei Testverfahren und Förderkonzepte dem immer weiter um sich greifenden Problem Herr zu werden.

Selbstverständlich haben auch Lehrkräfte des Lernstudio Note bene reichlich Unterrichtserfahrung auf diesem Gebiet gesammelt und können den Einsatz verschiedener Lehrmittel- und konzepte durchaus kritisch beurteilen.

Wie äußert sich eine LRS?

Probleme beim Schreiben
Das Fehlerbild bei einer Legasthenie oder Lese-Rechtschreib-Schwäche ist vielschichtig. So kommt es zur Verdrehung von Buchstaben (Reversionen), oft bei den ähnlich aussehenden Buchstaben "b" und "d" oder "p" und "q", oder zu Reihenfolgefehlern wie zum Beispiel „sher“, statt „sehr“.

Hinzu können das Auslassen oder das Hinzufügen einzelner Buchstaben oder ganzer Wörter treten. Erweitert wird das Bild durch so genannte Regelfehler, also das Nichtbeachten bestimmter Regeln der deutschen Rechtschreibung. Als weiteres Problem wird in der gängigen Literatur über das Phänomen Lese-Rechtschreib-Schwäche auch die so genannte Fehlerinkonstanz genannt, also das unterschiedliche Falschschreiben ein und desselben Wortes – auch nach eifrigem Üben.

Probleme beim Lesen
Die Probleme – vor allem beim lauten – Lesen äußern sich durch langsames, stockendes, unbetontes Lesen, eine niedrige Lesegeschwindigkeit und das Springen in eine falsche Zeile bei Zeilenumbrüchen. Teilweise werden beim Lesen auch Wörter innerhalb eines Satzes vertauscht. Sehr häufig werden Wörter „gelesen“, die nicht im Text stehen.

Wir nehmen uns Zeit: Unsere LRS-Kurse

Um einer LRS wirksam zu begegnen, ist daher regelmäßiger Förderunterricht zu leisten. Wir bieten in unseren LRS-Kursen des Lernstudio Nota bene genau dies an:
Mindestens 2 regelmäßige Unterrichtseinheiten pro Woche mit individuellen, speziell auf den jeweiligen Schüler abgestimmten Übungen, in Kleingruppen bis maximal 4 Schüler.

Darüber hinaus bieten wir Lese-Runden an, Beratung im Umgang mit der LRS sowie Hilfe bei der zeitnahen Erledigung der Hausaufgaben. Dabei stehen wir in engem Kontakt zu den entsprechenden Fachlehrern der Schule (vor allem Deutsch, aber auch Fremdsprachen).

Haben Sie Fragen? Dann kontaktieren Sie uns unter den angegebenen Rufnummern.

Wussten Sie schon...,

dass auch unsere Studenten vermehrt Probleme mit Rechtschreibung und Grammatik haben?

Wie aus einer bislang unveröffentlichten Umfrage unter deutschen Philologie-Professoren hervorgeht, haben junge Studenten nach Erkenntnissen von Hochschullehrern massive Probleme mit der Rechtschreibung. Auch stießen Professoren in schriftlichen Arbeiten häufig auf Grammatikfehler. Zudem fehlten vielen Erst- und Zweitsemestern die Lesekompetenz sowie die Grundlagen der Satzbaulehre,

"Ein Problem ist auch die mangelnde Fähigkeit mancher Studenten, selbstständig zu formulieren und zusammenfassende Texte zu schreiben", sagte Professor Gerhard Wolf von der Universität Bayreuth am Montag in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Nur wenige Studenten seien beispielsweise in der Lage, eine Vorlesung mit eigenen Worten angemessen zusammenfassen. "Viele Studenten können kaum noch einen Gedanken im Kern erfassen und Kritik daran üben", sagte Wolf.

(Quelle: Financial Times Deutschland, 23.07.2012)

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